Critical Zones

Horizonte einer neuen Erdpolitik

Vergangenen Mittwoch geriet ich zufällig in eine Ausstellung. Es handelt sich um „Critical Zones – Horizonte einer neuen Erdpolitik“ im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe. Warum schreibe ich darüber und was hat das jetzt noch mit Rimbach zu tun?

© Frédérique Aït-Touati, Alexandra Arènes, Axelle Grégoire, ZKM | Karlsruhe

In der Pressemitteilung wird diese Ausstellung – auch Gedankenexperiment genannt – als Observatorium der kritischen Zonen bezeichnet. Da wir Menschen Bewohner dieser Zone sind, ist es hilfreich, sich dessen bewusst zu sein oder zu werden. Dies geschieht zunächst durch Beobachtung/Observation. Eine wissenschaftliche Mess-Station im ersten Raum führt in die Thematik ein.

Dieser Ansatz (Rimbach liegt auch in der kritischen Zone) und eine weitere Einladung – Terrestrisch Werden – sind Aspekte, die mich auch für meinen Blog immer wieder motivieren. Mich hat diese Ausstellung in der Tat so begeistert, dass ich euch Leser unbedingt darauf aufmerksam machen möchte. Durch diesen „Ausstellungsbesuch“ werden die Sinne geschärft für unser Hier und Jetzt und die Auswirkungen dessen was wir tun.

Wir leben nicht, wo wir sind – Ghost Acreages (Geisterflächen)

Ausschnitt aus der großen Tafel, Station 5 ff.

Viele Dinge, die wir in unserem Alltag verwenden, kommen aus/von anderen Orten. So, dass im Hintergrund eigentlich eine zweite Karte existiert, mit Gebieten, die uns ernähren oder versorgen.

© Julian Charrière, © VG Bild-Kunst, 2020 © ZKM | Karlsruhe, Foto: Elias Siebert

Bei Future Fossil Spaces (Julian Charrière) sieht man Salzsäulen mit integrierten Behältern, welche Lithiumlauge enthalten. Sie können als Mahnmale interpretiert werden für zukünftige Bohrlöcher in einem zur Zeit noch unberührten Gebiet. Lithium wird zur Herstellung von Batterien und digitalen Geräten benötigt.

© Uriel Orlow, © VG Bild-Kunst, © ZKM | Karlsruhe, Foto: Tobias Wottoon

Die Installation Soil Affinities (Uriel Orlow) handelt von Kolonialisierungen, Versuchsgärten und dem Anbau europäischer Grundnahrungsmittel in Afrika (hier stark verkürzt wiedergegeben).

Ich hatte auch nur etwa zwei Stunden Zeit. Gleich zu Beginn blieb ich an wenigen Stellen derart hängen, dass mir später kaum noch Zeit blieb an anderen tiefer vorzudringen und ich die letzten Passagen der Ausstellung nur noch oberflächlich streifen konnte.

Einige Themenexponate sind zudem online abgebildet – nein, das trifft es nicht ganz: bei diesem Ausstellungsformat sind Präsenzausstellung und Onlineangebot mit- und ineinander verwoben. Überhaupt geht es hier um Kunst, Wissenschaft oder Philosophie? Viele Fragen werden gestellt, manches auch irgendwie beantwortet. Alles ist mit allem verbunden.

Die Ausstellung vor Ort geht noch bis So, 09.01.2022 und lässt sich auch digital erfahren. Komm mit und entdecke!

Hier geht’s rein: CRITICAL ZONES (klick)

Es sind Übungen des „Terrestrisch Werdens“ – Einladungen, den Boden unter unseren Füßen anders wahrzunehmen, unsere Verstrickungen mit den Lebewesen in und um uns neu zu begreifen, uns selbst als „Erdverbundene“ zu verstehen.

Aus: Fieldbook | 2020 ZKM

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