Töpfern in Erlenbach

Die Töpfereiwerkstatt der Familie Hartwig in Erlenbach kenne ich schon länger, zumindest aus der Ferne: mehrere Kindergeburtstage haben dort stattgefunden und eine frühere Nachbarin, die das Töpferfieber gepackt hat, erzählte immer wieder von dort und zeigte mir ihre Arbeiten. Das Werken mit Ton, das Anfassen, Kneten und Formen von und mit diesem Naturmaterial hat mich aber auch so schon immer fasziniert. Vor sehr langer Zeit habe ich, während des Studiums, mit Keramik-Gießformen gearbeitet und einige Jahre später sogar einen Töpferkurs an der Drehscheibe belegt. Beides ist schon lange her. Die freien Arbeiten, denen ich in den Galerien und bei Kunsthandwerkern, etwa im Westerwald oder in Skandinavien, begegnet bin, faszinierten mich allerdings noch mehr als das serielle Produzieren. Und dieses Jahr endlich, habe ich Zeit gefunden und mich zur Sonntagswerkstatt in Erlenbach angemeldet. Meine hier gezeigten Stücke sind an zwei unterschiedlichen Sonntags-Werkstatt-Tagen entstanden.

Sommeratelier im Garten der Töpferwerkstatt in Erlenbach
In entspannter Atmosphäre kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen.
Berit Hartwig

Berit Hartwig gibt wertvolle Tipps und Unterstützung.

Am ersten Tag

Mein Plan war, Müslischalen mittels Wulsttechnik herzustellen. Voller Begeisterung habe ich mich ans Werk gemacht und tatsächlich gedacht, man könnte, auch als Anfänger genau und nach einer mitgebrachten Papierschablone, formen. Das hat nicht funktioniert: Die erste Schale ist, eher unfreiwillig, zum Teller geworden. Die zweite Schale war immerhin ein Zwischending. Die dritte und vierte Schale entsprachen dann schon eher meinem Plan.

Die Wulsttechnik ist nicht jedermanns Sache. Es stehen aber auch viele unterschiedliche Gipsformen im Atelier bereit, so dass Gefäße oder Schalen durch das Eindrücken von Tonplatten gleichmäßiger und schneller hergestellt werden können. Außerdem gibt es natürlich noch andere Techniken oder man arbeitet ganz frei.

Am zweiten Tag

Die folgenden Bilder zeigen, wie eine Schale bei meinem zweiten Atelierbesuch entstanden ist.

Beim Bemalen mit Engobe wird die in Ton gelöste Farbe nach dem Formen direkt auf das Werkstück aufgetragen und dann beim ersten Brand, dem Schrühbrand, mitgebrannt. Vor dem zweiten Brand, dem Glasurbrand, wird dann nur noch die später farblose und glänzende Glasur aufgetragen. Möchte man mit farbiger Glasur arbeiten, ist mindestens ein weiterer Arbeitsschritt notwendig.

Getöpferte und glasierte Schale
Fertig! Nach dem letzten Brand am 29.9.2022.

Weitere Eindrücke vom Atelier:

Fazit:

Töpfern ist toll und macht Spaß. Nicht nur, weil man schöne Gegenstände herstellen kann, sondern vor allem, weil es absolut tiefenentspannt. Und dass es nicht nur mir so geht, habe ich auch bei meinem zweiten Besuch mitbekommen: Es fanden sich nicht nur bekannte Gesichter wieder, eine der anderen Teilnehmerinnen meinte: „Ich mach das nur und ausschließlich, um runterzukommen und meinen Kopf von der Arbeitswoche freizubekommen“. Und auch bei mir ist der perfektionistische Anspruch längst der Freude am Machen gewichen.

Gartenstilleben mit getöpferter Schnecke

Aktuelle Kurszeiten und weitere Infos findet ihr hier:
https://toepfereiwerkstatt-erlenbach.blogspot.com/

Alle Zutaten und Werkzeuge sind vor Ort. Schürze oder Hemd und Idee mitbringen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner